Dez
9
2016

Jede zweite Konzernwebsite ist ungesichert

Aktuell zur Debatte: Nur der pure Leichsinn oder doch schon grob fahrlässig?

 
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rotz aktueller Cyber-Attacken gehen Deutschlands Top-Firmen noch zu lax mit der Sicherheit um: 81 Prozent haben SSL-Zertifikat, aber nur 43 Prozent nutzen es, um die Website zu sichern. H&M, Deichmann und dm sind ganz oben, Metallindustrie und Verbundgruppen stecken noch in den Anfängen des digitalen Marketing.
 

Jede zweite Konzernwebsite ist ungesichert

 

  • Studie: Digitales Marketing der 500 größten Unternehmen
  • 81 Prozent haben SSL-Zertifikat – 43 Prozent nutzen es
  • 92 Prozent haben Facebookseite – 60 Prozent sind aktiv
  • 91 Prozent setzen E-Mail-Marketing ein

 
 

Wenig Interesse an Neukunden(?!)

Wie bereit sind deutsche Unternehmen für den digitalen Kundenkontakt? Absolit hat die 500 umsatzstärksten deutschen Unternehmen auf 17 Variablen analysiert. Alle haben eine Website, aber nur 70 Prozent nutzen sie aktiv zur Neukundengewinnung. Im Schnitt haben die Webseiten der Top-500-Unternehmen 40.000 Besucher im Monat. „Das ist wie ein Messestand ohne Personal, kommentiert Studienautor Torsten Schwarz. Hier gibt es jedoch starke Branchenunterschiede: Händler haben bis zwei Millionen Besucher und betreiben Leadgenerierung. Banken und Versicherungen haben um die 100.000 Besucher und verzichten zum Teil auf Neukunden. Die meisten B2B-Unternehmen liegen bei etwas über zehntausend Besuchern.
 

Die Verteilung in der Übersicht

Studie_Übersicht
 
Die meisten Interessenten finden ein Unternehmen über Suchmaschinen. 38 Prozent der Besucher einer Website kommen über Google, Bing oder Yandex. Händler haben dies erkannt und haben den höchsten Sichtbarkeitsindex (74). Metallindustrie (44) oder Chemieunternehmen (43) dagegen legen wenig Wert darauf, in Suchmaschinen gefunden zu werden.
 

Die Details dazu

Studie_Details
 

Vertrauen bei de-Domain

Viele Unternehmen bevorzugen als Domainnamen eine .de-Adresse (58 Prozent). 39 Prozent verwenden eine .com-Adresse. B2B-Anbieter wie Chemiekonzerne, Maschinenbauer und Logistikunternehmen arbeiten meist international einheitlich mit einer .com-Adresse. B2C-Anbieter erhöhen das Vertrauen ihrer Kunden, wenn sie mit nationalen Domains arbeiten. Händler, Banken, Versicherer und Energieversorger haben daher überwiegend .de-Domains.
 

Trotz Google-Abstrafung kein SSL

Aus Sicherheitsgründen findet die Datenübertragung zwischen Kunden und Websites heute verschlüsselt (SSL: Secure Sockets Layer) statt. Aber nur 81 Prozent der Unternehmen haben ein SSL-Zertifikat. Erschreckend dabei: Nur die Hälfte davon (43 Prozent) nutzen die Verschlüsselung auch auf der Website, erkennbar am „https“ in der Adresse. Dabei werden unverschlüsselte Seiten schon heute im Google-Algorithmus abgestraft. Banken liegen naturgemäß vorne (81 Prozent), während von den Markenartiklern nur jeder Vierte eine sichere Website hat.
 
Wirklich wichtig wird die Verschlüsselung, wenn Kreditkarten- oder persönliche Informationen über das Web übertragen werden. Nur 39 Prozent bieten eine verschlüsselte Übertragung persönlicher Daten an. Auch die eigene Domain wird mangelhaft gesichert. Spammer missbrauchen oft die Domain bekannter Unternehmen als Absender. Verhindert wird dieser Markendiebstahl durch Fälschen der E-Mail-Absenderadresse mit einen SPF-Eintrag (Sender Policy Framework). Leider haben nur 48 Prozent einen solchen Domainschutz.
 

Die Top-Ten im Detail

Zur Studie_Die Top-Ten im Detail
 

Ausbau digitaler Reputation verbessern

Wie wichtig das Social Web für die Markenführung ist, haben die meisten Unternehmen erkannt. 92 Prozent haben eine Unternehmensseite im Social Web. Nur 60 Prozent jedoch nutzen ihre Facebook-Seite auch aktiv. 32 Prozent verlassen sich bei Darstellung ihres Unternehmens auf Facebook, ohne diesen Text jemals zu überarbeiten. Facebook legt für große Unternehmen selbst Seiten an, in denen meist Texte aus Wikipedia übernommen werden. Neben den Händler sind es vor allem Markenhersteller, die mit über 100.000 Fans die Kommunikation über Facebook intensiv nutzen. Telekommunikationsunternehmen haben im Schnitt 75.000 Fans, sind aber dafür in Twitter sehr aktiv: 93 Prozent nutzen diesen Kanal für die Kundenkommunikation. Bei der digitalen Reputation (Klout-Wert) führen Touristik und Telekommunikation, Während die meisten Verbundgruppen – leider aber auch viele Versicherungen – mit dem Begriff wohl nur wenig anfangen können.
 

 
E-Mail ist der wichtigste Kanal für den digitalen Direktkontakt zu Kunden. Trotzdem sind es nur die Branchen Handel, Touristik, Telekommunikation und Versicherungen, die zu 100 Prozent diesen Kanal einsetzen. Nur in Handel und Touristik bieten alle Unternehmen ihren Kunden auch einen Newsletter an. In Maschinenbau, Bauwesen und Chemieindustrie sind es weniger als zwei Drittel, die einen Newsletter anbieten.
Noch gravierender ist jedoch der Verzicht auf die aktive Leadgenerierung. Website-Besucher sind Interessenten. Bis zu drei Prozent der Besucher einer Website können mit interessanten Angeboten dazu bewegt werden, ihre Kontaktdaten zu hinterlassen. Bei einer Million Besuchern sind das 30.000 Leads pro Monat. Während Handel und Touristik zu 100 Prozent Leadgenerierung betreiben, lassen in Chemie-, Automobilzuliefer- und Metallindustrie über die Hälfte diese Chance ungenutzt.

 

Download der Studie

Top500 Digital Marketing Report 2017. Analyse der Digital-Marketing-Aktivitäten der 500 umsatzstärksten deutschen Unternehmen, Status Quo und Best Practices.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Weitere Zahlen und Informationen gibt es ebenso wie eine kostenlose Kurzversion der Studie unter www.Top500-Studie.de.
Download der Kurzversion der Studie  
 
 

Die interessanten Fakten zusammengefasst kurz in Stichpunkten:

Die 500 umsatzstärksten deutschen Unternehmen

  • haben zu 100 Prozent einen Internetauftritt (Domains: 58% .de, 39% .com)
  • haben zu 81 Prozent ein SSL-Zertifikat, aber nur 43 Prozent nutzen dies (URL mit https)
  • haben im Durchschnitt 40.095 Besucher pro Monat auf der Website
  • bekommen im Schnitt 38 Prozent ihrer Besucher über Suchmaschinen (z.B. Google)
  • bekommen im Schnitt 0,91 Prozent ihrer Besucher über das Social Web (z.B. Facebook)
  • bekommen im Schnitt 0,91 Prozent ihrer Besucher über E-Mail-Marketing>
  • betreiben zu 91 Prozent E-Mail-Marketing
  • bieten zu 77 Prozent einen E-Mail-Newsletter an
  • gewinnen zu 70 Prozent Werbe-Einwilligungen auf ihrer Website
  • bieten zu 39 Prozent eine verschlüsselte Übertragung persönlicher Daten an
  • schützen zu 48 Prozent ihren Domainnamen vor Missbrauch durch Spammer
  • erfüllen 1,6 Prozent alle Rechtsvorschriften beim E-Mail-Marketing
  • haben zu 92 Prozent eine Unternehmensseite in Facebook
  • haben im Schnitt 2.535 Facebook-Fans
  • haben zu 50 Prozent eine Unternehmensseite in Twitter
  • haben im Schnitt eine digitale Reputation von 48 (Adidas hat 90)

 
 


Absolit - E-Mail-Marketing und Social MediaAbsolit berät Unternehmen bei der Integration von E-Mail-Marketing und Social Media. In Workshops vermittelt der Buchautor Torsten Schwarz aktuelles Praxiswissen. Er ist u.a. Herausgeber der Standardwerke Leitfaden Online Marketing Band 1 und 2.
 
 

Bonus: Infografik

Einen weiteren Bonus zur Studie präsentiert uns absolit.de noch in Form einer Infografik, eine Übersicht über die dargestellten Ergebnisse in Form einer grafischen Aufbereitung. (Den Download gibt es durch Klick auf die Grafik und anschließendem „Speichern untern“ mit der rechten Maustaste.)
 
Infografik mit Vorschau
 

Über den Autor: Frank Angene

..Beschäftigt sich als Webworker und Webdesigner gern mit WordPress, Online-Marketing, SEO und aktuellen Entwicklungen im Web. Er lebt und arbeitet im schönen Nürnberg.

 

 

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